Dieser Rechner dient zur Berechnung des Kabelquerschnitts auf Basis von elektrischer Leistung oder Strom, Leitungslänge und Betriebsbedingungen. Er berücksichtigt ein- und dreiphasige Netze, Kupfer- und Aluminiumleiter sowie zulässigen Spannungsabfall. Das Ergebnis ist ein empfohlener Leiterquerschnitt, der sowohl thermische Belastbarkeit als auch Spannungsverlust einhält.
Ausgangsgröße Strom oder Leistung. Je nach Modus wird entweder der Laststrom I direkt verwendet oder aus der Leistung P berechnet. Für einphasige Netze gilt I = P / (U · cosφ), für dreiphasige Netze I = P / (√3 · U · cosφ). Der Leistungsfaktor beeinflusst den Strom erheblich: kleinere cosφ-Werte führen zu höheren Strömen.
Berücksichtigung des Netztyps. Bei einphasigen Leitungen wird der Spannungsabfall über Hin- und Rückleiter angesetzt, bei dreiphasigen Leitungen über das Drehstromsystem. Daraus ergibt sich ein unterschiedlicher Proportionalitätsfaktor bei der Spannungsfallberechnung, was den erforderlichen Querschnitt beeinflusst.
Spannungsabfall als Begrenzung. Der Spannungsverlust wird aus Strom, Leitungswiderstand und Leitungslänge ermittelt. Vereinfacht gilt: ΔU ∝ I · L / A. Der Rechner prüft, welcher Querschnitt den vorgegebenen maximalen Spannungsabfall (z. B. 3-5 %) erstmals unterschreitet, und wählt diesen als Mindestwert.
Temperaturabhängiger Widerstand. Der elektrische Widerstand des Leiters steigt mit der Temperatur. Dies wird über einen Temperaturkoeffizienten berücksichtigt: R(T) = R20 · (1 + α · (T − 20)). Höhere Betriebstemperaturen führen somit zu größerem Spannungsabfall und können einen größeren Querschnitt erforderlich machen.
Verlegeart und Strombelastbarkeit. Die zulässige Dauerstrombelastbarkeit hängt stark von der Verlegeart ab. Rohrverlegung, mehradrige Kabel und insbesondere Gruppenverlegung reduzieren die Wärmeabfuhr. Der Rechner verwendet hierfür Belastungsfaktoren und Tabellenwerte und erhöht den erforderlichen Querschnitt, wenn der rechnerische Strom sonst nicht sicher geführt werden kann.
Auswahl des Endquerschnitts. Der empfohlene Querschnitt ist der größte Wert aus zwei Bedingungen: Einhaltung des zulässigen Spannungsabfalls und ausreichende Strombelastbarkeit. Damit wird sichergestellt, dass die Leitung sowohl elektrisch als auch thermisch geeignet ist.
Normative Orientierung. Die Berechnungslogik orientiert sich an gängiger europäischer Praxis nach DIN VDE 0100-430 (Überstromschutz), DIN VDE 0100-520 (Leitungsanlagen) sowie DIN VDE 0298-4 (Strombelastbarkeit und Verlegearten). Der Rechner bietet eine fundierte Auslegungshilfe, ersetzt jedoch keine vollständige Normprüfung.
Ein Kabel kann thermisch ausreichend sein, aber dennoch einen zu hohen Spannungsabfall verursachen. Deshalb müssen Strombelastbarkeit und Spannungsverlust immer gemeinsam betrachtet werden.
Aluminiumleiter werden häufig bei größeren Querschnitten und längeren Strecken eingesetzt. Aufgrund des höheren spezifischen Widerstands ist jedoch meist ein größerer Querschnitt als bei Kupfer erforderlich.
Für Endstromkreise werden häufig 3 % angesetzt, für Zuleitungen bis zu 5 %. Die genauen Grenzwerte hängen von nationalen Vorschriften und der Art des Verbrauchers ab.
Der Wert gilt unter den angegebenen Bedingungen. Weitere Faktoren wie Häufung mehrerer Stromkreise, Umgebungstemperatur, Schutzorgane und Kurzschlussfestigkeit müssen separat geprüft werden.