Der Rechner rechnet den Neigungswinkel und den Höhenunterschied bei geneigten Flächen um. Er wird für Dächer, Freigefälleleitungen und Entwässerung, Treppen, Rampen, Straßen und überall dort genutzt, wo das Gefälle in verschiedenen Einheiten festgelegt oder geprüft werden muss.
Rechenmodell basiert auf einem rechtwinkligen Dreieck. Die horizontale Projektion ist die waagerechte Strecke B (m, mm). Der vertikale Höhenunterschied ist die Steigung H (m, mm). Das Gefälle wird durch das Verhältnis H/B definiert und kann in Grad, Prozent, Promille oder als Verhältnis 1:n angegeben werden.
H/B = tan(α)
Grad geben den Winkel α zwischen Gefällelinie und Horizontalen an. Für die Berechnung werden Tangens und Arkustangens verwendet.
α = arctan(H/B)
Prozent geben an, wie viele Einheiten Steigung auf 100 Einheiten waagerechter Strecke entfallen.
i% = (H/B) · 100
Promille geben an, wie viele Einheiten Steigung auf 1000 Einheiten waagerechter Strecke entfallen.
i‰ = (H/B) · 1000
Verhältnis 1:n bedeutet, dass auf jeweils n Einheiten waagerechter Strecke 1 Einheit Steigung kommt. Das ist dasselbe Gefälle als Verhältnis geschrieben.
H/B = 1/n
Schnellcheck hilft beim Plausibilisieren der Eingabe. Zum Beispiel 1% = 10‰ = 1:100. Ebenso 2% = 20‰ = 1:50. Für kleine Winkel gilt näherungsweise 1° ≈ 1.75%, die exakte Umrechnung erfolgt jedoch mit tan(α).
Wenn B und das Gefälle bekannt sind, wird die Steigung H je nach gewählter Einheit so berechnet:
H = B · tan(α)
H = B · (i%/100)
H = B · (i‰/1000)
H = B / n
Wenn B und H bekannt sind, wird zuerst das Verhältnis H/B bestimmt und anschließend in die gewünschte Ausgabeeinheit umgerechnet:
α = arctan(H/B)
i% = (H/B) · 100
i‰ = (H/B) · 1000
1:n, wobei n = B/H
Wenn H und das Gefälle bekannt sind, wird die waagerechte Strecke B als Umkehrung berechnet:
B = H / tan(α)
B = H · 100 / i%
B = H · 1000 / i‰
B = H · n
Länge des geneigten Abschnitts kann bei Bedarf mit dem Satz des Pythagoras berechnet werden und dient zum Prüfen einer Zeichnung oder zum Abstecken vor Ort.
L = √(B² + H²)
Rundung beeinflusst den angezeigten Wert, ändert aber nicht die physikalische Bedeutung. Für Grad, Prozent und Promille reichen meist 2 Nachkommastellen. Im Format 1:n wird in der Praxis häufig ein ganzzahliges n verwendet, damit sich das Verhältnis leicht abstecken und vor Ort prüfen lässt.
Dächer und Schneelasten hängen vom Dachwinkel ab. In Eurocode 1 (EN 1991-1-3) wird der Dachwinkel bei der Wahl der Formbeiwerte für Schneelasten für unterschiedliche Dachformen verwendet. Damit beeinflusst das Gefälle die maßgebende Bemessungslast über normativ festgelegte Beiwertansätze.
Gebäudeentwässerung im Freigefälle wird mit festgelegten Gefällen für horizontale Leitungen geplant, um einen stabilen Freigefälleabfluss sicherzustellen. Dafür wird EN 12056 (Normenreihe für Freigefälle-Entwässerungssysteme innerhalb von Gebäuden) herangezogen.
Entwässerung außerhalb von Gebäuden und Freigefällekanäle werden ebenfalls mit Gefällen festgelegt, um den erforderlichen Abflusszustand zu erreichen. Für Systeme außerhalb von Gebäuden wird EN 752 verwendet.
Das sind verschiedene Darstellungen desselben Gefälles über das Verhältnis H/B. Prozent und Promille skalieren dieses Verhältnis direkt, während 1:n fürs Abstecken praktisch ist, weil es die horizontale Strecke pro 1 Einheit Höhenunterschied angibt.
Die Umrechnung in Grad nutzt Trigonometrie über tan(α), Prozent und Promille sind lineare Skalierungen von H/B. Bei kleinen Winkeln liegen die Werte nahe beieinander, die exakte Gleichwertigkeit ist jedoch immer durch die Formeln definiert.
Nutzen Sie Schnellchecks: 1% = 10‰ = 1:100, 2% = 20‰ = 1:50. Wenn Sie B und H eingegeben haben, sollte das Verhältnis H/B nach Umrechnung zum berechneten Gefälle in der gewählten Einheit passen.
Für das Abstecken vor Ort sind B, H und entweder 1:n oder Prozent oft praktischer. Für Nachweise nach Normen (zum Beispiel Schneelasten auf Dächern) wird häufig der Winkel in Grad benötigt, weil Tabellen und Beiwertansätze als Funktion von α definiert sind.
Das Format 1:n wird häufig als „Baustellen“-Verhältnis zum Abstecken und Kontrollieren verwendet. Das Runden von n auf eine ganze Zahl hält es praxisgerecht. Höhere Genauigkeit lässt sich bei Bedarf über Prozent oder Promille beibehalten.