| Bezeichnung | Ergebnis |
|---|---|
| Sparrenlänge | |
| Dachneigung | |
| Belastungsfläche | |
| Überstandslänge entlang des Sparrens | |
| Spannweite zwischen den Auflagern entlang des Sparrens | |
| Bemessungsschneelast | |
| Bemessungswindlast | |
| Bemessungsständige Last | |
| Gesamte Bemessungslast je Sparren | |
| Bemessungsstreckenlast am Sparren | |
| Biegemoment im Feld | |
| Biegemoment aus dem Überstand | |
| Maximales Biegemoment M | |
| Erforderliches Widerstandsmoment W | |
| Durchbiegungsbegrenzung | |
| Zulässige Durchbiegung | |
| Berechnete Durchbiegung im Feld | |
| Erforderlicher Sparrenquerschnitt h×b |
Über die Berechnung von Dachsparren
Dieser Rechner führt eine Berechnung von Dachsparren auf Basis der Dachgeometrie und der vorgegebenen Lasten durch. Er ermittelt die Sparrenlänge, den Dachneigungswinkel, die zugeordnete Fläche je Sparren, die Bemessungslasten (Schnee, Wind, ständige Lasten), die Linienlast, die Biegemomente, das erforderliche Widerstandsmoment sowie einen empfohlenen rechteckigen Holzquerschnitt h×b.
Die Berechnung eignet sich für eine Vorbemessung und zur Einschätzung, wie Dachneigung, Sparrenabstand, Schneelast und Windlast die Schnittgrößen und die Durchbiegung beeinflussen.
Orientierungswerte und Empfehlungen
Geometrie und Sparrenlänge. Zunächst werden der Dachneigungswinkel a und die geometrische Sparrenlänge L bestimmt. Bei vorgegebener Höhe H (mm) wird der Winkel aus dem Verhältnis der Höhe zur horizontalen Projektion (B+S) (mm) berechnet. Bei vorgegebenem Winkel a wird die Länge über den Kosinus bestimmt. Auf die ermittelte Länge wird ein kleiner Zuschlag von etwa 1% für Zuschnitt und Anpassung auf der Baustelle addiert.
a = arctan(H / (B + S))
L = sqrt((B + S)2 + H2)
L = (B + S) / cos(a)
Zugeordnete Fläche je Sparren. Die von einem Sparren getragene Dachfläche wird als Sparrenlänge L (mm) mal Sparrenabstand D (mm) berechnet und in m² umgerechnet. Diese Größe dient dazu, eine Flächenlast (kg/m² oder kN/m²) in eine Gesamtlast pro Sparren (kg) umzuwandeln.
F = (L · D) / 1 000 000
Schneeformbeiwert. Der Einfluss der Dachneigung auf Schnee wird mit dem Formbeiwert μ berücksichtigt, der mit zunehmendem Winkel abnimmt. Verwendet wird eine abschnittsweise lineare Beziehung als praxisnahe Näherung für geneigte Dächer.
μ = 1 für a ≤ 30°
μ = 0 für a ≥ 60°
μ = (60 − a) / 30 für 30° < a < 60°
Bemessungsschneelast. Aus der vorgegebenen charakteristischen Schneelast S0 (kg/m²) wird ein Bemessungswert mit dem Faktor 1.4 und dem Formbeiwert μ gebildet. Das entspricht einem Ansatz, bei dem die Schneeeinwirkung mit einem Sicherheitsfaktor erhöht und an die Dachform angepasst wird.
S = 1.4 · S0 · μ
Bemessungswindlast. Wind wird als Eingabewert W (kg/m²) oder (kN/m²) vorgegeben. Anschließend wird er mit dem Faktor 1.4 und einem vereinfachten aerodynamischen Multiplikator 0.8 für die Dachfläche in einen Bemessungswert umgerechnet. In der Praxis kann der Winddruck nach EN 1991-1-4 je nach Dachzonen variieren, daher verwendet der Rechner ein gemitteltes Schema für eine Vorabschätzung.
Wd = 1.4 · W · 0.8
Bemessungsständige Last. Die ständige Last ergibt sich aus der Eigenlast der gewählten Dacheindeckung Groof (kg/m²) und einer zusätzlichen ständigen Last Gadd (kg/m²) für weitere Schichten des Dachaufbaus, die separat eingegeben werden. Anschließend wird der Faktor 1.1 angewendet.
G = 1.1 · (Groof + Gadd)
Gesamte Bemessungsflächenlast. Schnee, Wind und ständige Lasten werden zur gesamten Bemessungslast pro 1 m² Dachfläche summiert. Zusätzlich zeigt der Rechner eine äquivalente Last pro Sparren über die zugeordnete Fläche F.
p = S + Wd + G
P = p · F
Umrechnung in Linienlast. Für die Biegeberechnung wird der Sparren als Bauteil unter gleichmäßig verteilter Linienlast betrachtet, die aus der Flächenlast abgeleitet wird. Bei Sparrenabstand D (mm) wird die Umrechnung mm → m angewendet.
q = p · (D / 1000)
Einheitenumrechnung. Wird die Last in kN/m² eingegeben, erfolgt die Umrechnung in kg/m² mit 1 kN/m² ≈ 101.97 kg/m². Für die Ausgabe der Linienlast in kN/m wird die Näherung 1 kgf ≈ 9.81 N verwendet.
1 kN/m² ≈ 101.97 kg/m²
qkN/m = qkg/m · 9.81 / 1000
Traufüberstand und Bemessungsspannweite. Der horizontale Überstand S (mm) wird über den Dachwinkel in die Überstandslänge entlang des Sparrens aover umgerechnet. Die Bemessungsspannweite zwischen den Auflagern entlang des Sparrens wird als Sparrenlänge minus Überstand angesetzt. Ergibt sich ein negativer Wert, wird 0 angesetzt.
aover = S / cos(a)
Lspan = max(0, L − aover)
Biegemoment. Der Rechner vergleicht zwei Fälle: die Wirkung der Spannweite und die Wirkung des auskragenden Überstands. Für den Überstand wird die Kragarmformel bei gleichmäßig verteilter Last verwendet. Für die Spannweite wird eine vereinfachte Abschätzung genutzt, die den Einfluss des Überstands auf die Momentenverteilung berücksichtigt. Als Bemessungsbiegemoment wird der größere Wert angesetzt.
Mover = q · aover2 / 2
M = max(Mspan, Mover)
Erforderliches Widerstandsmoment. Aus dem maximalen Moment wird das erforderliche Widerstandsmoment W (mm³) über die zulässige Biegespannung σ (N/mm²) ermittelt, die nach Festigkeitsklasse des Holzes gewählt wird. Für einen rechteckigen Querschnitt wird die Standardbeziehung für das Widerstandsmoment verwendet.
W = M / σ
W = b · h2 / 6
Durchbiegungsnachweis. Das Durchbiegungslimit wird als L/200, L/250 oder L/300 vorgegeben. Die zulässige Durchbiegung ist wlim = Lspan / k, wobei k 200, 250 oder 300 ist. Das erforderliche Flächenträgheitsmoment wird für ein einfach gelagertes Bauteil unter gleichmäßig verteilter Last mit dem Elastizitätsmodul des Holzes E = 11000 N/mm² abgeschätzt.
wlim = Lspan / k
Ireq = 5 · q · Lspan4 / (384 · E · wlim)
Querschnittswahl h×b. Der Querschnitt wird so gewählt, dass zwei Bedingungen erfüllt sind: Tragfähigkeit über das erforderliche W und Steifigkeit über das erforderliche I. Wird ein Verhältnis r = h/b vorgegeben, wird die Breite über die Höhe ausgedrückt. Wird eine feste Breite b vorgegeben, wird die erforderliche Höhe berechnet. Die Endhöhe wird als der größere Wert aus beiden Bedingungen angesetzt.
h = (6 · W · r)1/3 und b = h / r
h = (12 · r · Ireq)1/4 und b = h / r
h = sqrt(6 · W / b) bei fester Breite b
h = (12 · Ireq / b)1/3 bei fester Breite b
Durchbiegungsprüfung für den gewählten Querschnitt. Nach der ersten Querschnittswahl wird die tatsächliche Durchbiegung für die gewählten b und h berechnet. Überschreitet die Durchbiegung den Grenzwert, wird die Querschnittshöhe automatisch erhöht, bis die Durchbiegungsbedingung erfüllt ist.
I = b · h3 / 12
w = 5 · q · Lspan4 / (384 · E · I)
Praxisübliche Richtwerte. Häufig werden Sparrenabstände von 600-900 mm verwendet. Für rechteckige Holzquerschnitte sind Verhältnisse h/b von etwa 1.5-3 verbreitet. Eine größere Dachneigung kann die Schneekomponente über μ reduzieren, verändert jedoch zugleich Sparrenlänge und Überstandsgeometrie, daher sollten Biegemomente und Durchbiegung gemeinsam betrachtet werden.
Normen. Die Lastannahmen können anhand der Eurocode-Grundsätze überprüft werden. Für Schneelasten gilt EN 1991-1-3. Für Windlasten gilt EN 1991-1-4. Für Holzbauteile sowie Nachweise der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit gilt EN 1995-1-1. In einem realen Projekt werden Teilsicherheitsbeiwerte und Kombinationen nach Nationalem Anhang und den tatsächlichen Randbedingungen festgelegt.
FAQs
Warum nimmt die Schneelast bei steiler Dachneigung ab?
Die Berechnung verwendet den Formbeiwert μ, der abbildet, dass sich Schnee auf steilen Dachflächen schlechter ansammelt und häufiger verweht oder abrutscht. Die verwendete Regel ist 1 bei 30° und darunter, 0 bei 60° und darüber, mit linearem Übergang dazwischen. Das ist ein vereinfachtes Modell für die Vorbemessung von Sparren.
Warum werden Momente aus Spannweite und Überstand beide geprüft?
Ein Sparren wirkt sowohl als einfach gelagerter Träger zwischen Auflagern als auch als Kragarm über den Traufüberstand. Bei großem Überstand kann das maximale Moment durch die Kragarmwirkung in Auflagernähe bestimmt werden. Bei kleinem Überstand ist häufiger die Spannweite maßgebend. Daher wird als Bemessungsmoment der größere Wert angesetzt.
Wie wird eine Flächenlast (pro m²) in eine Sparrenlast umgerechnet?
Zunächst wird die gesamte Bemessungsflächenlast p (kg/m² oder kN/m²) gebildet. Anschließend wird sie über den Sparrenabstand D in eine Linienlast umgerechnet, was der Belastung eines Dachstreifens mit der Breite des Abstands entspricht. Zusätzlich wird die Last pro Sparren über die zugeordnete Fläche F dargestellt.
Was bedeuten die Durchbiegungsgrenzen L/200, L/250, L/300?
Sie definieren die zulässige Durchbiegung als Anteil der Spannweite zwischen den Auflagern entlang des Sparrens. Ein größerer Nenner bedeutet eine strengere Steifigkeitsanforderung und führt typischerweise zu einem größeren erforderlichen Querschnitt. Der Rechner schätzt zunächst das erforderliche Flächenträgheitsmoment und prüft anschließend die tatsächliche Durchbiegung des gewählten Querschnitts.
Welche Ergebnisse sind vorläufig und was sollte separat geprüft werden?
Die Ergebnisse basieren auf einem vereinfachten Modell gleichmäßig verteilter Lasten und typischen Faktoren. In der Praxis werden Verbindungen, Auflagerpressungen, Aussteifung, lokale Stabilität, Lastkombinationen sowie Windzonen nach EN 1991-1-4 meist separat nachgewiesen. Bei komplexer Dachgeometrie oder höherer Bauwerksrelevanz sollte die Sparrenbemessung nach Eurocode mit dem anwendbaren Nationalen Anhang überprüft werden.