Der Rechner ermittelt die geschätzte Masse von Bindedraht für Bewehrung auf Grundlage der Anzahl der Bindestellen, des Bewehrungsdurchmessers und des Drahtdurchmessers. Diese Berechnung wird für die Materialbeschaffung und die Abschätzung des Verbrauchs bei Bewehrungskörben, Matten, Streifenfundamenten, Platten und anderen Stahlbetonbauteilen verwendet.
Die Berechnung dient ausschließlich zur Abschätzung des Bindedrahtverbrauchs und nicht zur Prüfung der Tragfähigkeit einer Konstruktion. Das Ergebnis hilft dabei zu bestimmen, wie viele Kilogramm Bindedraht für die angegebene Anzahl von Bindepunkten benötigt werden.
Berechnungsprinzip. Zuerst ermittelt der Rechner die geschätzte Drahtlänge für eine einzelne Bewehrungsverbindung. Im aktuellen Algorithmus wird die Drahtlänge pro Bindestelle als vier Umwicklungen des Stabs zuzüglich einer zusätzlichen Zugabe von 16 cm zum Verdrillen angesetzt.
l1=(4·π·da/10+16)/100
Bedeutung der Formel. Dabei ist da der Bewehrungsdurchmesser in Millimetern, π·da/10 die Länge einer theoretischen Umwicklung in Zentimetern, der Faktor 4 steht für vier Umwicklungen, 16 ist die feste Zugabe für das Verdrillen der Drahtenden und die Division durch 100 wandelt das Ergebnis in Meter um.
Gesamtlänge. Nach der Ermittlung der Drahtlänge pro Bindestelle multipliziert der Rechner diesen Wert mit der Anzahl der Verbindungen. Daraus ergibt sich die gesamte Bindedrahtlänge für den kompletten Arbeitsumfang.
L=l1·N
Bedeutung des Ergebnisses. Hier ist N die Anzahl der Bindestellen und L die gesamte Drahtlänge in Metern. Wird die Anzahl der Bindepunkte zu niedrig angesetzt, fällt auch die Endmasse zu niedrig aus. Die Genauigkeit des Ergebnisses hängt daher in erster Linie von der korrekten Anzahl der Bindestellen ab.
Querschnittsfläche. Anschließend behandelt der Rechner den Draht als vollen Rundquerschnitt und berechnet seine Querschnittsfläche aus dem Drahtdurchmesser dw in Millimetern.
A=π·dw2/4
Stahldichte. Für die Umrechnung der Länge in Masse wird eine konstante Dichte von 7.85 g/cm3 verwendet, was 7850 kg/m3 entspricht. Das ist ein typischer Rechenwert für Bindedraht aus Stahl ohne Berücksichtigung der Stahlsorte oder tatsächlicher Fertigungstoleranzen.
m=A·L·7.85/1000
Endmasse. Als Ergebnis gibt der Rechner die Drahtmasse in Kilogramm aus. Die Formel bildet dieselbe Reihenfolge ab, die auch in der Seitenberechnung verwendet wird: zuerst die Länge pro Bindestelle, dann die Gesamtlänge und anschließend die Masse auf Basis von Durchmesser und Materialdichte.
Konstante Zugabe zum Verdrillen. Die zusätzliche Länge von 16 cm pro Bindestelle ist eine feste Rechenannahme. In der Praxis kann der tatsächliche Verbrauch höher oder niedriger sein, abhängig von der Bindemethode, der Erfahrung der Arbeitskraft, der Dichte des Bewehrungskorbs und der Zugänglichkeit der Bindestelle.
Geometrisches Modell. Der Algorithmus geht davon aus, dass jede Bindestelle nach demselben Schema hergestellt wird und dass der Draht über seine gesamte Länge einen konstanten Durchmesser hat. Verluste durch Verschnitt, Abfall, Ausschuss und erneutes Binden werden nicht separat berücksichtigt.
Praktischer Orientierungswert. Für die Materialbeschaffung wird häufig ein Zuschlag von 5-15% zur berechneten Masse angesetzt, insbesondere bei vielen Bindestellen, komplexer Bewehrungsgeometrie oder manueller Bindung unter beengten Bedingungen. Die genaue Reserve hängt von der Arbeitsorganisation auf der Baustelle ab.
Normativer Hintergrund. Der Rechner selbst führt keine Tragfähigkeitsnachweise durch und bemisst keine Bewehrung nach Normen. Sein Ergebnis dient als unterstützende Verbrauchsabschätzung für Bewehrungsarbeiten, die in der Regel nach EN 1992-1-1 Eurocode 2. Bemessung und Konstruktion von Stahlbeton- und Spannbetontragwerken. Teil 1-1. Allgemeine Bemessungsregeln und Regeln für den Hochbau geplant werden.
Ausführung der Arbeiten. In der Praxis sind Herstellung und Montage von Bewehrungskörben außerdem mit den Ausführungsunterlagen, der Bewehrungsspezifikation und den Regeln nach EN 13670 Ausführung von Tragwerken aus Beton verknüpft. Deshalb sollte das Ergebnis des Rechners mit den Ausführungsplänen, dem Bindeschema und der gewählten Montagemethode abgeglichen werden.
Das ist eine Rechenannahme, die im Seitenalgorithmus für eine einzelne Bindestelle hinterlegt ist. Sie liefert eine stabile Grundlage für die Abschätzung des Bindedrahtverbrauchs bei größeren Mengen, der tatsächliche Verbrauch pro Bindestelle kann jedoch je nach Bindemethode abweichen.
Das ist eine konstante Zugabe für das Verdrillen und Ausbilden der Drahtenden. Ohne diese Zugabe wäre die Berechnung der Bindedrahtmasse zu optimistisch und würde häufiger zu niedrige Ergebnisse liefern.
Der Rechner eignet sich für eine überschlägige Berechnung, wenn die Anzahl der Bindestellen bekannt ist und üblicher Bindedraht aus Stahl verwendet wird. Bei komplexen räumlichen Körben, dichter Bewehrung oder nicht standardmäßigen Verbindungsmustern ist es sinnvoll, eine zusätzliche Reserve vorzusehen.
Der tatsächliche Verbrauch hängt von der Bindetechnik, der realen Zuschnittlänge, dem Abfall, erneutem Binden und der Zugänglichkeit der Bewehrung ab. Der Rechner arbeitet mit einem geometrischen Modell und festen Annahmen, daher sollte das Ergebnis als technische Abschätzung verstanden werden.
Bei kleinen und einfachen Arbeiten kann die berechnete Masse manchmal ausreichen, in den meisten Fällen ist es jedoch sicherer, eine Reserve einzuplanen. Beim Kauf von Bindedraht für Bewehrung ist es in der Regel sinnvoll, zusätzliches Material vorzusehen, um Arbeitsunterbrechungen durch Materialmangel zu vermeiden.